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Deià auf Mallorca - Künstlerdorf in den Bergen

Das wildromantische Dorf Deià liegt recht abgelegen am Fuß des Puig d’es Teix in Mallorcas Nordwesten zwischen Valdemossa und Sóller. Hoch über dem Meer, das Gebirge im Hintergrund und umgeben von bepflanzten Terrassen und Olivenbäumen, ist das Dorf mit seinen uralten Natursteinhäusern nicht nur wegen seiner Schönheit einen Besuch wert. Vor allem seine illustren Bewohner haben es berühmt gemacht.

Ursprünglich und exklusiv

Die Mauren gaben dem Ort seinen Namen: „Ad Daya“, das Dorf. Sie legten die Terrassen zum Obst- und Gemüseanbau an. Nach der christlichen Rückeroberung der Insel wurden die Terrassen bis in 600 Meter Höhe erweitert, mit Oliven und Zitrusfrüchten bepflanzt, die hier bis heute gedeihen. Rund um die barocke Kirche Sant Joan Baptista und die benachbarten Hänge hinauf ordnen sich die Häuser der rund 800 Einwohner an. Gebaut aus Naturstein, sind sie oft Jahrhunderte alt und ähneln aus Schutz vor Piratenangriffen kleinen Festungen. Größtenteils wurden sie liebevoll restauriert und mit blühenden Pflanzen und Palmen eingerahmt. Aber Deià zeigt sich nicht nur ursprünglich, sondern auch sehr exklusiv, mit Spitzenrestaurants, schicken Boutiquen und Galerien. Parkplätze gibt es fast ausschließlich am Ortsausgang. Die wenigen und darum äußerst begehrten Hotel- und Fremdenzimmer sind oft schon lange im Voraus ausgebucht.

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Gekommen, um zu bleiben

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich hier eine Handvoll europäischer Künstler und Freidenker angesiedelt. 1929 kaufte sich der englische Schriftsteller Robert Graves am Ortsausgang ein Haus, in dem er bis zu seinem Tod 1985 lebte. Im Ca n’Alluny, dem „abgelegenen Haus“, entstanden unzählige Gedichte, Erzählungen und Romane. Graves’ wohl bekanntester („Ich, Claudius“) wurde in Hollywood verfilmt. Im Zuge dessen kam viel Prominenz nach Deià, beispielsweise die Schauspieler Ava Gardner, Peter Ustinov und Alec Guiness oder die Schriftsteller Alan Sillitoe und Gabriel Garcia Marquez. Aber Graves legte – im Gegensatz zu Prominenten, die hier nur ein Ferienhaus besaßen – auch Wert darauf, sich in die mallorquinische Gesellschaft einzufügen. Seine jüngsten vier Kinder gingen in Palma zur Schule und er selbst verließ die Insel nur noch zu Vortragsreisen und Lehraufträgen. Robert Graves verewigte Deià in seinem Erzählband „Geschichten aus Mallorca“. Die Einheimischen verehrten ihn: „Don Roberto“ liegt auf dem Dorffriedhof nahe der Kirche begraben. Sein Ca n’Alluny ist heute Museum, mit fast unveränderter Einrichtung (geöffnet dienstags bis samstags, Eintritt 5 Euro, www.fundaciorobertgraves.com).

Künstler und Geldadel

Nach Robert Graves wurde Deià zu einer internationalen Künstlerkolonie, aber auch zu einem Rückzugsort des Geldadels. Rund 30 Prozent der Einheimischen sind mittlerweile Ausländer. Ein Haus in Deiá zu kaufen oder gar zu bauen, ist heutzutage nicht nur horrend teuer, sondern auch mit komplizierten Auflagen verbunden. Aber vielleicht hat gerade das dazu beigetragen, dass Besucher den Ort in zeitloser Schönheit vorfinden.

Cala de Deià

Die kleine Bucht Cala de Deià liegt etwa drei Kilometer vom Ort entfernt. Sie ist von Deià über einen Pfad zu Fuß erreichbar oder mit dem Auto über eine enge, kurvige Abfahrt. Die Abzweigung zum steinigen Strand liegt etwas versteckt, auf der linken Seite hinter einer Bushaltestelle, in Fahrtrichtung Soller. Vom kostenpflichtigen Parkplatz sind noch fünf Minuten zum Strand zu gehen.